Quelle: Nassauische Neue Presse, Samstag, 18. September 1999

Bronzetafel erinnert an Hinrichtung Dickmanns

Selters-Niederselters. Vor 60 Jahren, am 15. September 1939, wurde auf dem Appellplatz des Konzentrationslagers Sachsenhausen der 29- jährige Zeuge Jehovas, August Dickmann, erschossen. Es war die erste öffentliche Hinrichtung eines Kriegsdienstverweigerers. Die Zeugen Jehovas aus Niederselters werden am heutigen Samstag, 18. September, an einer Veranstaltung in der Gedenkstätte Sachsenhausen teilnehmen und eine Bronzetafel enthüllen, die sie gestiftet haben, um an August Dickmann zu erinnern. Außerdem wird ein weiterer Gedenkstein enthüllt, der auf die Leiden der mehr als 890 Zeugen Jehovas im Konzentrationslager Sachsenhausen aufmerksam machen soll. Fachreferate und Zeitzeugenbefragungen zur Erschießung Dickmanns runden das Programm ab.

Dazu Werner Rudtke, Vorstandssprecher der Zeugen Jehovas in Niederselters: "Es besteht ein großes Interesse an der Verfolgungsgeschichte der Zeugen Jehovas, sowohl unter dem Nationalsozialismus als auch unter der 40-jährigen Diktatur der ehemaligen DDR. Um den zahlreichen Anfragen von Wissenschaftlern gerecht zu werden, haben wir unser Geschichtsarchiv in Selters erweitert." August Dickmanns Bruder Heinrich war Augenzeuge der Hinrichtung vor 60 Jahren. Er lebte viele Jahre bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr in der Zentrale der Zeugen Jehovas in Niederselters.

Die SS hatte vor, alle in den Konzentrationslagern gefangen gehaltenen Zeugen Jehovas zu erschießen. Jedoch ließ sie nach der Hinrichtung Dickmanns von ihrem Vorhaben wieder ab. Insgesamt starben mehr als 1500 Zeugen Jehovas unter dem Naziterror. (car)

 

 
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