Zusammengestellt von Gyula Varga
Herausgegeben vom Schachendorfer Kulturkreis
Gerhardt Steinacher
Er starb für Gottes Ehre i. J. 1940

Im Mittelpunkt der sehr lesenswerten Dokumentation steht der 19-jährige österreichische
Kriegsdienstverweigerer Gerhard Steinacher, der nach ca. 6-monatiger Haft im Zuchthaus
Berlin-Plötzensee wegen "Zersetzung der Wehrkraft" am 30.3.1940 hingerichtet wurde. 

Knapp zusammengefasst wird das verfügbare biographische Material über Gerhard und seine Eltern. Gerhard wurde am 21.9.1920 in Wien geboren und wuchs dort auf. Nach seinem Austritt aus der katholischen Kirche im Februar 1938 war er Zeuge Jehovas geworden. Sein Vater Ignaz war ,,ohne religiöses Bekenntnis", aber offenbar ein gläubiger Mann, während seine Mutter Luise eine aktive Zeugin Jehovas war.

Das Buch dokumentiert und kommentiert den Briefwechsel zwischen Gerhard und seinen Eltern ab November 1939 in chronologischer Reihenfolge. Es zeichnet schlicht, aber eindrucksvoll die Standhaftigkeit eines jungen Mannes nach, der aufgrund seiner Glaubensüberzeugung bereit war, sich für das ,,Verbrechen" der Kriegsdienstverweigerung von einem Unrechtsregime umbringen zu lassen.

Der Anhang gibt alle Briefe von Gerhard, die er aus dem Gefängnis an seine Eltern schrieb, in vollständigem Wortlaut wieder und schließt mit dem Schreiben vom Oberreichskriegsanwalt vom 30.3.1940, in dem die Vollstreckung des Todesurteils mitgeteilt wurde.

Der sauber geordnete und von der Mutter in einer Schuhschachtel aufbewahrte Briefwechsel
kam erst über 25 Jahre später nach ihrem Tode zum Vorschein. Und erst jetzt, weitere 30 Jahre später, hat Gyula Varga, Chefredakteur einer Kulturzeitschrift und ebenfalls Zeuge Jehovas, diesen Nachlass aufgearbeitet.

Die vorliegende Dokumentation ist ein wichtiger Beitrag, der sich in die zunehmende Zahl von Publikationen über Opfer des NS-Regimes einreiht, um dem Vergessen entgegenzuwirken.

 

75 Seiten und 40 Seiten Anhang
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